KLEINE MODELLSTADT
MINIDOMM

Veröffentlicht: 14. Mai 2019

Kleine Modellstadt - Minidomm. Bild: C.Konrad + St.Schneider Minidommarchiv 1991. (Atominum Brüssel_497_5)

Eine Schau mit Kulturdenkmälern, historischen Bauwerken, staatlichen, städtischen, sakralen und Profanbauten aus Deutschland und der Welt für Groß und Klein – das war „Minidomm“ in Ratingen-Breitscheid. Eröffnet 1967 existierte der von dem Architekten Wilhelm Dommel initiierte Park nur knapp 25 Jahre, die Idee einer Miniaturstadt lebt bis heute. Die Ausstellung „Kleine Modellstadt“ zeigt die Fotografien von Christian Konrad, der die liebevoll gefertigten Modelle kurz vor der Schließung des Parks dokumentierte.
Vernissage: Mittwoch, 29. Mai 2019, Ausstellung: bis 9. Juli 2019

Es war eine kleine Sensation: Im Jahr 1967 eröffnete der Freizeitpark „Minidomm“ in Ratingen-Breitscheid bei Düsseldorf, auf einem ehemaligen Sumpfgebiet mitten im Niemandsland. Der Architekt Wilhelm „Will“ Dommel (1914 – 1988) hatte sich damit einen Traum erfüllt, an dem er und sein Team aus europäischen Modellbauern, Kunstschnitzern und Malern rund 15 Jahre lang mit viel Engagement arbeiteten. Über 300 Beispiele „bester Deutscher Architektur“ wurden gezeigt. Auf gut 80.000 Quadratmetern war eine Miniaturstadt entstanden, die Architekturen vornehmlich aus Deutschen Städten und einige europäische, später auch internationalen Highlights zeigte. Allesamt im Maßstab 1:25. Minidomm avanciert schnell zu einer wichtigen und beliebten Publikumsattraktion im Rheinland der 1960er- und 1970er-Jahre, wuchs und wurde bald durch ein Hotel und Restaurantbetrieb ergänzt. Der Parkplatz fungierte am Abend als Autokino, das über viele Jahre die Nr. 1 unter allen deutschen Filmtheatern war.

Die ursprünglich von Ingenieursleistung, Handwerkskunst und einer gehörigen Portion Idealismus getriebene Idee wurde in den 1980er-Jahren jedoch von immer größeren Event-bezogenen Freizeitparks überholt. Es begann der langsame Verfall des Geländes, der im Jahr 1992 schließlich zum endgültigen Aus von Minidomm führte, auch weil die Stadt Ratingen den Ausbau von Park und Kino nicht genehmigte. Die Anlage selbst war da bereits nicht mehr in bestem Zustand. So wurden die Modelle größtenteils versteigert und sind heute in alle Welt zerstreut. Nur eine kleine Fangemeinde kümmert sich heute noch um das Erbe des Freizeitparks Minidomm in Ratingen-Breitscheid.

Die Ausstellung „Kleine Modellstadt – Minidomm“ rückt das Architekturmodell-Kleinod wieder ans Licht der Öffentlichkeit. Gezeigt werden die Fotografien der beiden Düsseldorfer Künstler Christian Konrad (1965) und Stefan Schneider (1962), die – durch die Presse auf die Schließung des Parks aufmerksam geworden – kurz vor dem Abriss der Anlage eine Momentaufnahme anfertigten. Ihre fotografische Bestandsaufnahme ist eine dokumentarische Rückschau in Form von Fotos, Dias und Videoaufnahmen, die letztendlich auch den Aufbruch in eine neue Zeit und das damit verbundene Scheitern einer leidenschaftlichen Idee dokumentiert. Ihre Miniaturarchitekturfotografien nehmen mit auf eine Reise zwischen Werbung, Dokument, künstlerischer Ambition und 1980er-Jahre-Charme. Ergänzt werden die Fotografien durch private Video-Aufnahmen, die uns von Minidomm-Fans.de freundlich zur Verfügung gestellt wurden.


KLEINE MODELLSTADT
MINIDOMM

Vernissage: Mittwoch, 29. Mai 2019, Einlass ab 19 Uhr
Das Raumgeflüster: ab 19:30 Uhr mit Christian Konrad, Thomas Geuder und dem Publikum
Im Anschluss: Get-together
Anmeldung: erbeten per Facebook

Ausstellung: bis 9. Juli 2019

Ausgewählte Minidomm-Fotografien von Christian Konrad können als hochwertiger und limitierter Abzug/Print mit Signatur erworben werden. Sprechen Sie uns in der Raumgalerie an.

Ort: Die Raumgalerie, Ludwigstraße 73, 70176 Stuttgart
Öffnungszeiten: siehe Seitenleiste oben


Christian Konrad,
geboren 1965 in Duisburg, ist seit 1993 als Fotograf in Düsseldorf tätig und erstellt Arbeiten in Industrie, Architektur sowie Dokumentation und Archivarbeiten für das Staatsarchiv NRW. Seine kreative Laufbahn begann 1987 an der Kunstakademie Düsseldorf, 1988 studierte er in der Klasse für Fotografie von Professor Bernd Becher, ab 1989 war er als Tutor und Assistenz bei Bernd und Hilla Becher tätig, 1991 schließlich war er Meisterschüler in der Klasse Becher. Seit 1997 arbeitet er außerdem am Sanatorium Dr. Barner in Braunlage. Seine Fotografien wurden in verschiedenen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Die Arbeiten über Minidomm, die in Zusammenarbeit mit Stefan Schneider (Düsseldorf) entstanden sind, wurden bereits in Hamburg, Berlin, Köln und Bochum gezeigt.



Impressionen vom Vernissage-Abend:


Wir danken für die freundliche Unterstützung:

Galeriepartner:

Die Raumgalerie Partner: JUNG. (JUNG_LOGO_09_s_190)      Logo FSB

Medienpartner:

German-Architects.com   AKBW   Logo Architekturzeitung. (Architekturzeitung)   ASF Architekturschaufenster Logo. (ASF_Architekturschaufenster_Logo)   CUBE   
moderneREGIONAL. Bild: moderneREGIONAL Dr. Karin Berkemann. (header)

Alle Bilder auf dieser Webpage: C. Konrad + St. Schneider Minidommarchiv 1991.

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