ÜBER … DER RAUMJOURNALIST

Veröffentlicht: 29. Januar 2012

Viele – selbst Architekten und Planer – setzen sich beim Betrachten von Gebautem vor allem mit dem Gestalteten, also der Form auseinander. Letztendlich ist das naheliegend, ist doch das Material das Formbare in der Architektur. Die Form mit ihren Strukturen und Oberflächen ist das Element, das mit dem Auge sehbar und mit den Händen ertastbar ist. Der Mensch jedoch kann mit seinem Körper die Form nicht begehen und deswegen nur von außen betrachten.

So ist die Form zwar das formbildende Element in der Architektur, aber als solches bleibt sie für den Menschen nur das bedienende Element. Denn Architektur hat vor allem den einen Zweck: dem Menschen einen Ort und eine Behausung zu geben. So ist die formale Ausgestaltung eines Entwurfs nur indirekt das, worum es bei der Architektur im eigentlichen Sinne geht. Die Form hat die nicht zu unterschätzende Aufgabe, den Charakter dessen zu erzeugen, was wir „Raum“ nennen und in dem wir uns bewegen. Der Architekt seinerseits ist der Gestalter dieses Raums, den er durch Bemessung, Definition, Fügung und formale Gestaltung gliedert und schafft. Das primäre Medium von Architektur ist also der Raum. Für den Raumjournalisten steht der Raum im Zentrum seiner Recherche. Er betrachtet alles, was den Raum formt und charakterisiert und was in ihm geschieht.

Der Raumjournalist ist virtuell und taucht ab und zu in der realen Welt auf. Er berichtet über Architektur und alle die Architektur begleitenden Themen wie Innenarchitektur, Design, Baustoffe, Materialien, aber auch zum Beispiel Kultur, Philospohie, Soziologie usw. und nicht zuletzt den Menschen. Er beobachtet außerdem, was durch die gebaute und gestaltete Umwelt erzeugt und wie dadurch das Handeln des Menschen beeinflusst wird. Gleichzeitig ist er auch Gesprächs- und Interaktionspartner, der die Diskussionskultur fördern und auch fordern will – eine Beteiligung ist ausdrücklich erlaubt.

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